Yellowstone NP
Pfui Teufel, stinkt das! Ohne Zweifel, wir sind im Yellowstone Nationalpark und werden regelrecht eingeschwefelt Zur Info: Wir passieren soeben das Gebiet des Mud Vulcano. Was für die Nase so unangenehm ist, ist fürs Auge umso schöner – hügelige Flächen voller Präriegras und kleinen Büschen, unterbrochen durch Seen und die sich durch die Landschaft schlängelnden Flüsse. Der Waldbrand von 1988 ist immer noch gut sichtbar. Ansonsten ein regelrechtes Paradies für Wildtiere. Wir sichten hunderte von Rehen, Wapitis, wieder einmal gutmütige Bisons und Touristen. Ja, Touristen, davon hat’s hier jede Menge!
Es wird langsam dunkel, wir haben die Upper und Lower Falls (riesige Wasserfälle) gesehen und wollen nun unser Nachtquartier beziehen. Aber was ist das? Der von uns favorisierte Camping ist voll, der nächste auch und alle drauffolgenden auch (und das, obwohl nicht mehr Hochsaison ist). So verlassen wir den Park, suchen uns ein ruhiges Örtchen am Fluss zum Übernachten (obschon da unmissverständlich steht: Dayuse only, Camping prohibited!). Als dann kurze Zeit später die Polizei auftaucht, ziehen wir bereits die Kleider wieder an, in der Annahme vertrieben zu werden. Die Polizei jedoch dreht bloss ihre Runde und verschwindet wieder. Wir bleiben.
Am Morgen lernen wir Johannes aus Feldkirch kennen, welcher sein Zelt neben uns aufgeschlagen hat. Er ist mit seiner BMW 650 GS einige Wochen unterwegs.
Nun geht’s wieder zurück in den Yellowstone. Aber was ist denn das? Eine riesige Autoschlange vor dem Eingang. Irgendwann haben wir das hinter uns gebracht und bewundern den Tower Fall. Nein, in echt, das soll eine Attraktion sein? Wir sind schon ein bisschen enttäuscht. Auch die Mammoth Hot Springs sind nett, aber nicht der Reisser.
Allgemein haut uns der Yellowstone nicht so von den Socken. Die Gegend ist schön. Aber die herrschende Flut an Touristen trübt alles. Vielleicht liegt es auch daran, dass man zu jedem Highlight direkt mit dem Auto hinfahren kann. So ist man nie alleine. Wir hingegen sind uns gewohnt, dass das wirklich schöne zu Fuss erreicht werden kann und sich dadurch die Menge an Leute hochgradig dezimiert.
Unsere Oase der Ruhe ist der Lake Yellowstone, welcher uns schwer an die Bahia Conception, Baja California Mexiko, erinnert.
Nun geht’s aber vorerst zurück nach Cody, unsere bestellten Latten fürs Bett von Riona und Zora abholen. Roman hat noch einige Arbeit vor sich.
Nochmals übernachten wir vor dem Walmart. Kurzer Tipp für alle, die unterwegs sind: Campieren auf dem Walmartparkplatz in Cody ist der Hit. Da hat man free Wifi, Trinkwasser und Dumpingmöglichkeit und erst noch einen 24-Stundenshop. Und das alles gratis (ausser shoppen)!
Nochmals geht’s durch den Yellowstone, bevor wir diesen ganz verlassen. Dieses Mal begutachten wir, ohne grosse Erwartungen, die Gegend der Geysire (Lower- Midway- und Upper Geyser Basin). Es ist mittlerweile eisig kalt, windig, Regen wird zu Schnee. Aber die Geysire sind bei jedem Wetter wirklich beeindruckend. Einerseits ist es dir Farbe, rostrot bis azurblau, andererseits der Nebel -oder besser der Dampf-, welcher uns einhüllt. Echt gespenstisch. Als wir dann noch den Old Faithful (Superhighlight des Yellowstone) in voller Aktion antreffen, ist es bereits 19.00 Uhr und kurz vor dem Eindunkeln. Die spektakuläre Wasserfontäne des Old Faithful, die ungefähr alle 90 Minuten ausbricht, ist sicher 30 Meter hoch. Wow!
Durchfroren und nass, aber nun doch zufrieden, verlassen wir den Park und machen uns auf in Richtung Glacier Nationalpark, Montana. Nach Prognose sollte es wieder sommerlich warm werden. Hoffen wir’s!
Nebenbei: Unser Speedy ist nun auch „eingekotzt“! (Zora)